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Halbe Miete

Mitten in der größten Inflation seit Jahrzehnten* verdunkelt sich der Horizont für Immobilienspekulanten und Wohnungskonzerne durch die angelaufene Zinswende, die jetzt auch Europa erfasst. Die Frage ist jetzt nur: Wo schlägt der Blitz zuerst ein?

Buchungsgewinne aus dem Nichts

Alle renditeorientierten Wohnungsunternehmen in Europa praktizieren ein finanzielles Schneeballsystem, in dem sich Eigenkapital faktisch aus dem Nichts schaffen lässt. Hintergrund ist der Trick mit Aufwertungen: Wer z.B. einen Gebäudekomplex für 100 Mio.€ kauft, schätzt, dass der in ein paar Jahren 300 Mio.€ wert ist. Dann bekommt er mit der angeblichen Sicherheit von 300 Mio.€ wesentlich höhere Kredite. Auch der größte europäische Wohnungskonzern Vonovia bedient sich solcher Wertberichtigungen jedes Jahr neu. Dieses Jahr wurden die Vonovia-Immobilien um sage und schreibe 7,4 Mrd. € aufgewertet, d.h. eine eigens dafür beauftragte Bewertungsgesellschaft schätzt, dass 2023 der Wert der Vonovia-Immobilien 7,4 Mrd.€ höher als 2022 sein wird. Mit dieser „Sicherheit“ im Rücken verdoppelte Vonovia seine Kreditaufnahme (von 23 auf 45 Mrd.€). Doch diese „Sicherheit“ sind reine Buchungsgewinne aus dem Nichts. Das sind Hebelwirkungen, die einst zur Finanzkrise in 2008 führten.  Schon in diesem Mai haben sich die Zinsen – und damit die Kosten - für 10jährige Immobilienkredite verdreifacht. Doch das ist erst der Anfang. Ende Juli 22 will nun endlich auch die EZB die Leitzinsen anheben. Dann ist mit einer Versechsfachung der Kreditkosten zu rechnen. Das werden nicht alle kreditfinanzierten Wohnungsunternehmen verkraften können. Schon jetzt ist der Immobilienkonzern Adler Real Estate auf Ramschniveau abgestürzt. Peach Proterty, Grand City Property, TAG Immobilien und LEG Immobilien sind die nächsten Wackelkandidaten. Ist das der Anfang einer neue Finanzkrise?

Halbe Miete

Beim größten europäischen Wohnungskonzern Vonovia gehen von jedem Euro gezahlter Miete 45 Cent an die Aktionäre. Das ist eine systematische Umverteilung von unten nach oben. Die Vonovia Mieter*innen füttern mit knapp der Hälfte Ihrer Miete Aktionäre aus aller Welt. Wäre das ein öffentliches Unternehmen, könnten die Mieten ohne Probleme fast halbiert werden. Und das gilt mehr oder minder für alle renditegetriebenen Wohnungskonzerne. Trotz satter Gewinne schämt sich Vonovia nicht wegen der derzeitigen Inflation auch noch nach Mieterhöhungen zu rufen. Warum werden diese hochriskant spekulativen Konzerne nicht enteignet? Was spräche dagegen? Sicher, noch ist das ein Traum. Mit Blick auf Berlin vielleicht nicht mehr lange?

Wir dürfen nicht hinnehmen, dass nur noch Reiche und Besserverdienende in Städten wohnen und der Rest einfach verdrängt wird. 

   

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