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Die Initiative „Deutsche Wohnen&Co enteignen“ hat der Berliner Wahlleiterin 345.591 Unterschriften (weit mehr als benötigt) übergeben, und damit scheint klar: Am 26. September wird gemeinsam mit der Bundestagswahl in Berlin der Volksentscheid zur Enteignung der großen Wohnungskonzerne stattfinden. Ein historisches Ereignis, das eindeutig bestätigt: Die ungerechtfertigten ständigen Mietsteigerungen und Privatisierungen werden nicht mehr fraglos hingenommen.

Eine der Fragen dabei ist immer wieder, woher kommt überhaupt dieser Mietenwahnsinn. Das Heer von Analysten in den gängigen Medien macht es sich mit der Antwort leicht: Wir, die Mieter*innen, seien selbst schuld. Die Ursache der steigenden Preise sei der immense Zuzug in attraktive Städte.

Was hat der Immobilienboom mit der Finanzkrise zu tun?

Den Zuzug in die großen Städte gibt es allerdings bereits seit mehr als 25 Jahren. Und im Jahrzehnt vor der Finanzkrise 2008 stagnierten und fielen die Wohnungs- und Mietpreise durchschnittlich sogar. Nein, nicht wir sind schuld an den steigenden Mieten, sondern die großen Kapitalanleger, die Vermögens- und Pensionsfonds der Welt, die in der Finanzkrise grundlegend verunsichert wurden, was noch sichere und profitable Anlagen sind. Vor allem institutionelle Anleger hatten früher Staatsanleihen bevorzugt. Doch seit der Griechenland- und Eurokrise ist klar, dass auch Staaten pleitegehen können.

BETONGOLD

So entdeckten die großen Kapitalien das „Betongold“ als Allheilmittel gegen Geldverlust bzw. Infla­tion. Zahllose Immobilienfonds schossen aus dem Boden. In sie investieren die großen Versicherungen, die Vermögenverwaltungen und die Rentenfonds. Das gesunkene Vertrauen in unser Finanzsystem hat die Flucht riesiger Kapitalvermögen in sog. „Realvermögen“ ausgelöst. Doch Grund und Boden ist ein natürliches Gut, das nicht beliebig vermehrbar ist. Kein Wunder, dass die Preise steigen, wenn sich scheinbar unerschöpfliche Kapitalien auf nicht vermehrbare Immobilien stürzen.  

Immobilien als Finanzprodukt

Doch nicht nur die reichsten der Reichen werfen sich auf das „Betongold“. Seit überall in der Welt die Sozialsysteme abgebaut und die Eigenverantwortung der Bürger*innen postuliert wird, wurden auch viele Normalbürger*innen zu Investoren. So führte z.B. Deutschland mitten in der Finanzkrise den sogenannten Wohn-Riester ein – den staatlich geförderten privaten Immobilienerwerb. Immobilien gelten nun als Anlageform für „jedermann“, die Sicherheit und gute Verzinsung garantiert. Ein Beispiel sind auch die Schweizer Pensionskassen. Die meisten Beschäftigten (ab 21.150 Franken Verdienst pro Jahr) unterliegen der Beitragspflicht für die Pensionskassen, die seit 2008 den größten Teil des Kapitals in Schweizer Immobilien investieren und einen gewaltigen Immobilienboom im Land ausgelöst haben. So ist es kein Einzelfall, dass sich Schweizer Pensionäre einer guten Pension erfreuen, die aber von rapide steigenden Mieten aufgezehrt wird. Eine fatale Entwicklung, die in der Finanzkrise hätte vermieden werden können. Aber wie sagte damals die heute so verehrte Bundeskanzlerin Angela Merkel:

„Zur Rettungspolitik gibt es keine Alternative“

Oh doch, die hätte es durchaus gegeben! Gerettet wurden doch mit unseren Steuergeldern vor allem die gigantischen Vermögen des Finanzkapitals, die sich erst durch die Liberalisierung des Finanzwesens mit hochspekulativen Transaktionen bilden konnten. Wer spekuliert, kann gewinnen, aber auch verlieren. Das wäre nur gerecht und heilsam gewesen. Aber mit der Rettung wurden die schnell reich Gewordenen sogar noch reicher. Und es sind diese gewaltigen Kapitalien, die sich seither weltweit auf Immobilien werfen – mit katastrophalen Folgen.

   

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