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 Auch in Kriegszeiten standhaft auf Seiten der Wohnungskonzerne

Während wir Corona mit der ersten Sonne wieder einmal fast vergessen haben, scheint nun der Krieg in der Ukraine zur stets wachsenden Bedrückung zu werden. Erste deutsche Politiker schwärmen vom „gerechten Krieg“ und dem wahrscheinlichen Sieg. Die EU verkündet Woche für Woche schärfere Embargos. Und die USA formulieren mit einem 31 Mrd. USD-„Hilfs“-Paket offen das Ziel, Russland dauerhaft zu schwächen, während Putin sich mit der Möglichkeit ultraschneller Schläge gegen die Lieferungen schwerer Waffen brüstet. Doch wie wird der Sieg aussehen, wenn der Besiegte noch über schrecklichste Waffen verfügt, die im Handstreich ganz Europa vernichten können?

 Überheblichkeit und die Neigung, stets zu eskalieren, bringen uns in größte Gefahr!

Erschreckend ist auch eine Art Kriegsblindheit unserer Mainstream-Medien. (weiteres siehe dazu ganz unten.) Im Schatten der umfassenden Bedrohung gehen selbst größte Schweinereien leicht unter.

Direkt gegenüber dem 35 Fußballfelder fassenden Koloss´ des BND, die Habersaathstrasse 40-48 in Berlin Mitte. 2006 wurde das einstige Schwesternwohnheim der Charité für 2 Mio. € an einen Arzt der Charité verkauft. Der neue Eigentümer modernisierte den Wohnblock mit 106 Mietwohnungen umfassend. Neben der energetischen Sanierung der Fenster und der Außenhaut erhielt das Dach eine aufwändige Photovoltaik-Anlage. Die Heizung ist an das Fernwärmesystem der Charité angeschlossen. All das wurde 2018 an eine Arcadia Estate weiter verkauft, diesmal für 20 Mio.€. Die wenigen, trotz langer Sanierungs- und rabiaten Entmietungskampagnen verbliebenen Mieter*innen haben noch die alten Charité Mietverträge. Mit deren Miete lassen sich 20 Mio.€ nicht refinanzieren. Deshalb wollte die Arcadia noch einmal modernisieren, entschied dann aber, das durchsanierte Gebäude abzureißen. Ein Neubau mit Luxuswohnungen ist für ein Immobilienunternehmen stets rentabler.

 Abrissgenehmigung verweigert

Doch eine engagierte Stadträtin im Bezirk Mitte verweigerte die Abrissgenehmigung und drohte wegen Leerstands mit 500.000€ Strafe pro Wohnung. Gegen all das klagte – wie bei abrisswilligen Unternehmen üblich - auch die Arcadia Estate. Und nach 4 Jahren Verhandlungen hat sie gerade durch ein Präzidenzurteil vorerst gewonnen. Doch mittlerweile hat sich die Habersaathstrasse zum Präzedenzfall für Leerstand und Abriss in Berlin entwickelt. Ein breites Bündnis von Berliner Architektenkammer, Mieterverein und zahlreichen Mieterinis wendet sich nicht nur gegen den sozialen Skandal des drohenden Abrisses von 106 bezahlbaren Wohnungen in Berlin Mitte - bei einer Rekommunalisierung könnten hier z.B. dringend benötigte Pfleger*innen der Charité unterkommen. Der Abriss und Neubau ist auch ein ökologischer Skandal. Die Präsidentin der Berliner Architektenkammer Theresa Keilacker weist darauf hin, dass dadurch Unmengen von CO2  freigesetzt und außerdem zusätzliche Flächen versiegelt würden.

 Hoffnung

Gleichzeitig wächst die Hoffnung, dass der Arcadia Estate bald die Luft ausgeht. Bislang kosteten die Kredite für den Kauf des Wohnblocks relativ wenig. Finanzexperten rechnen mit ca. 1% Zinsbelastung. Doch nun hat auch die EZB als letzte in der Welt für Juni steigende Zinsen angekündigt. Früher bei Steigerung der Zinsen von 7 auf 8% war das für die Finanzierung kaum ein Problem. Aber die Steigerung von 1 auf 2% bedeutet mehr als eine Verdopplung der Finanzierungskosten, auch weil sich bei der Arcadia Estate die sog. Verwertung so lange hinzieht.

 Rettung durch den grünen Bezirksbürgermeister

Nach den Wahlen im vergangenen Herbst hatte der grüne Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel die Causa Habersaathstrasse an sich gezogen. Und jetzt platzte die Bombe. Von Dassel verkündete, er habe sich mit der Arcadia geeinigt. Der Abriss sei genehmigt. Dafür habe die Arcadia zugestimmt, 30% der neugebauten Wohnungen 10 Jahre lang für 6,50 – 8,50€/qm zu vermieten. Und die bisherigen Mieter*innen könnten zu ihrer alten Miete plus Inflationsausgleich da wohnen bleiben. Aber auch nur 10 Jahre. Bei Eigenbedarfskündigung müssen sie natürlich sofort gehen. Aus der Traum von Pfleger*innenwohnheim der Charité. Die verbliebenen Mieter*innen in der Habersaathstrasse haben die sog. Verwertungskündigung erhalten. Die Umwelt wird grausam geschändet. Doch Arcadia Estate ist dank eines grünen Bürgermeisters gerettet!

 Jetzt bleibt nur noch eine vernünftige Lösung: Die sofortige Rekommunalisierung der Habersaathstrasse 40-48!

 Nur Öffentlicher Druck auf die Gewählten kann den Abriss noch verhindern. Wir lassen uns nicht von solchen „Volksvertretern“ die Zuversicht rauben. Wir dürfen nicht hinnehmen, dass immer mehr nur Reiche und Besserverdienende in Städten wohnen und der Rest einfach verdrängt wird.

   

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